SG Paderborn gewinnt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit 29:21 im Turnzentrum Bochum
Was als normaler Wettkampftag begann, entwickelte sich für die SG Paderborn schon vor dem ersten Gerät zu einer echten Herausforderung. Beim Einturnen am Boden verletzte sich Thore Pieper und musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Für die Paderborner bedeutete das nicht nur einen Schock, sondern auch eine kurzfristige Änderung der gesamten Wettkampfplanung: Für den vorgesehenen Sechskämpfer musste an allen sechs Geräten kurzfristig Ersatz gefunden werden. So fanden sich einige Turner an Geräten wieder, für die sie weder trainiert noch vorbereitet waren.
Umso bemerkenswerter war, wie gut die Mannschaft diese ungewohnte Situation annahm. Jeder stellte sich in den Dienst des Teams und übernahm die Rolle, die in diesem Moment gebraucht wurde.
Bereits am ersten Gerät, dem Boden, wurde das Fehlen von Pieper deutlich. Moritz Brüggemann, der sonst nie an diesem Gerät zu sehen ist, sprang spontan für den verletzten Pieper ein. Trotz solider Übungen zogen die Bochumer am ersten Gerät zunächst mit 7:1 Scorepunkten davon.
Am Pauschenpferd konnte der dezimierte Paderborner Kader sturzfrei durchturnen, sodass sich die Gäste das Gerät gegen starke Bochumer Übungen mit 7:5 Scorepunkten sichern konnten. Allen voran war es Alejandro Peters, der sich an diesem Tag erneut in Topform präsentierte und fünf der sieben Scorepunkte beisteuerte.
An den Ringen konnte die Partie erstmals zugunsten der Paderborner gedreht werden. So holte Markus Geis erstmals drei Punkte im Trikot der SG. Zudem sprang Tim Renger für Pieper ein und löste die Aufgabe hervorragend, indem er in seinem Duell zwei weitere Punkte beisteuerte.
So stand es zur Halbzeit 13:12 für die SG Paderborn.
Luka Dmitrovic konnte seinen neuen Sprung endlich sicher auf die Füße stellen und somit wichtige Wettkampfpraxis sammeln. Den schwierigsten Sprung des Tages zeigte Peters, der dafür mit drei Scorepunkten belohnt wurde. Der Vorsprung konnte dadurch auf 17:13 ausgebaut werden.
Am Paradegerät, dem Barren, konnte trotz fehlerfreier Übungen lediglich Peters punkten. Gegen starke Bochumer reichte es dennoch zu einem 3:3-Unentschieden.
Den Abschluss bildete das Reck. Peters, Dmitrovic und Josephs konnten den Vorsprung weiter ausbauen. Zu guter Letzt gab es erneut ein Novum: Tim Renger kam unverhofft zu seinem Reck-Debüt. Am Ende stand ein verdienter 29:21-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel.

Das siegreiche Team der SG Paderborn (hintere Reihe: Kampfrichter Sebastian Steube, Markus Geis, Alejandro Peters, Christian Josephs, Luka Dmitrovic; vordere Reihe: Tim Renger, Moritz Brüggemann und Teamchef Felix Pott)
Topscorer der Paderborner wurde Alejandro Peters, der mit seinen Leistungen wichtige 13 Punkte zum Auswärtserfolg beisteuerte.
„Die Verletzung von Thore ist für uns alle ein Riesenschock gewesen. Umso erfreulicher war es, dass es bereits während des Wettkampfs eine vorsichtige Entwarnung aus dem Krankenhaus gab. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, werden wir sehen. Die Mannschaft hat es geschafft, mit nur sechs Turnern alle Geräte zu besetzen. Dass wir mit diesem Rumpfteam am Ende sogar noch gewonnen haben, ist umso erfreulicher und schweißt das Team noch enger zusammen“, resümiert Teamchef Felix Pott den Wettkampfverlauf.
Mit einem weiteren Sieg im Gepäck stehen die Turner aus der Domstadt sogar für eine Woche an der Tabellenspitze. Das kann sich jedoch bereits am kommenden Samstag, dem 26.09., wieder ändern, denn die nächste Reise führt ins Siegerland zur TG Geisweid/Eichen. Diese ist zwar erst in diesem Jahr in die Oberliga aufgestiegen, verfügt aber aktuell über einen der schlagkräftigsten Kader der Liga und gilt daher als heißer Kandidat auf die Meisterschaft. So konnten die Siegerländer bereits den amtierenden Oberligameister KTS Mettingen schlagen.