Gelbe, rote und grüne Karten, eine Sporthalle und 30 Mädchen und Jungs, die 45 Minuten lang mucksmäuschenstill einem Theaterstück folgen. Am vergangenen Samstagmorgen, 26. April 2026, hat der TSV 1887 Schloß Neuhaus eindrucksvoll gezeigt, dass Prävention sexueller und interpersoneller Gewalt nicht nur wichtig ist, sondern auch kindgerecht und lebendig sein kann.
Mit dem bundesweit anerkannten Präventionstheater „Anne Tore – sind wir stark!“ holte der Verein ein besonderes Angebot für seine Mitglieder im Alter von acht bis elf Jahren in die Andreas-Winter-Sporthalle. Das Theaterduo verstand es, die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer auf Augenhöhe abzuholen und sie auf einfühlsame Weise für zentrale Themen zu sensibilisieren: die Wahrnehmung eigener Grenzen, das Recht auf ein klares Nein und die Frage, wo man im Zweifel Hilfe finden kann.
Der sportliche Kontext spielte dabei eine wichtige Rolle. Alle Kinder sind selbst Mitglied in einem Sportverein, kennen Trainingssituationen und Vereinsstrukturen und konnten sich dadurch schnell mit den gezeigten Szenen identifizieren. Das Ergebnis: große Aufmerksamkeit, viele nachdenkliche Momente und spürbare Begeisterung bei Kindern wie Eltern.
Nach dem Stück ging es für die Kinder und ihre Eltern in Workshops weiter. Das Gesehene wurde aufgearbeitet, die Kinder darin bestärkt, auf sich selbst und ihr „Nein-Gefühl“ zu vertrauen und sich bei Unsicherheiten oder Grenzverletzungen immer an Eltern und Freunde, im Vereinskontext aber auch an Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie benannten Vertrauenspersonen zu wenden.

Anne (Rosalie Linneweber) und Tore (Jens Dornheim) mit den teilnehmenden Kindern
Für das Organisationsteam des TSV 1887 Schloß Neuhaus war der Vormittag ein voller Erfolg. Nils Lebock und Julia Kleinekemper, Vertrauenspersonen beim TSV, leiteten den Elternworkshop und machten deutlich, wofür der Verein steht. Nils Lebock betonte: „Ich bin in diesem Verein groß geworden und ich habe die friedliche und familiäre Atmosphäre immer wertgeschätzt. Unser Schutzkonzept soll dafür sorgen, dass dies auch zukünftig in unseren Verein so bleibt.“ Auch Julia Kleinekemper unterstrich die klare Haltung des Vereins: „Wir wollen es hier im Verein Täterinnen und Tätern so unbequem wie möglich machen, um unsere Mitglieder bestmöglich zu schützen. Dieses Theaterstück hat uns wieder ein Schritt näher an unser Ziel gebracht“.
Für die Kinder und ihre Eltern war die Teilnahme am Präventionstheater „Anne Tore – sind wir stark“ kostenlos. Möglich gemacht wurde das Angebot durch die Finanzierung über Fördermittel.