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Vom Klassenunterschied keine Spur

Von 9. Februar 20161. Herren, Handball

Nicht nur für die Schlossherren sondern für die ganze Handballabteilung des TSV sollte dies ein ganz besonderes Wochenende werden. So freut man sich in dem noch jungen Jahr nicht nur über das 50-jährige Bestehen der Handballabteilung sondern auch über die Möglichkeit das Volksbankpokal Final Four in heimischer Halle austragen und gestalten zu dürfen.

Hochmotiviert durch den Sieg am vergangenen Wochenende gilt es an diesem Samstag eine deutlich härtere Nuss zu knacken. Mann stand dem VfL Schlangen im Halbfinale der Herren gegenüber. Ein keineswegs unbekannter Gegner denn die Teams kennen sich bereits aus zahlreichen spannenden Lokalderbys aus der Vergangenheit.

Vor allem eine Begegnung hatten viele Akteure des TSV noch vor Augen: Die Niederlage des Bezirksligisten gegen den damaligen Kreisligisten aus Schlangen in der Pokalvorrunde in den eigenen Vier Wänden. Es hieß also auch einiges wieder gut zumachen und so fand man sich diesen Samstag in spiegelverkehrten Situation wieder: Der Gegner steht derzeit auf dem 8. Tabellenplatz der Bezirksliga während der Gastgeber sich auf dem zweiten Platz in der Kreisliga wieder finden. Aufjedenfall war ein heißumkämpftes Derby voller Emotionen zu erwarten – was sich allerdings an diesem Samstag in der Andreas-Winter-Halle ereignete, damit hatte wohl keiner gerechnet.

Die junge Truppe um Günther Warkus ging personal-geschwächt in das Pokalwochenende und musste so auf Julian Schmidt (Bänderriss) und Dominik Schuster (Universitäts- bedingt unterwegs) verzichten. Des weiteren konnte er nur bedingt auf den angeschlagenen Sebastian Meyer und Felix Czaja zurück greifen. Optimale Voraussetzungen für eine Partie dieser Art sehen anders aus. Dennoch wollte man sich von dem reduzierten Kader und dem vermeintlichen Klassenunterschied nicht unterbuttern lassen. So nahm man sich vor die physische Überlegenheit in der Abwehr mit einem fehlerminimierten Angriff als Rezept für den Erfolg zu verwenden.

Die Ränge waren gefühlt, für leibliches Wohl war gesorgt und nun fehlte nur noch ein Spiel wie es spannender nicht hätte sein können.

Der VfL kam zu Beginn der Partie besser ins Spiel und konnte sich so bereits nach wenigen Minuten auf ein 2:4 absetzen. Allerdings sollte dieser Puffer nur von kurzer Dauer sein. Man stand hinten kompakter, stellte sich besser auf den Angriff des Gegners ein und versenkt vorne die Bälle so dass man bereits nach kurzer Zeit einen Ausgleich von 4:4 erzielte. Das oben bereits als so „spannend“- betitelte Spiel fing an sich zu entfalten und so ging nun Tor um Tor. Vorne fand man durch Felix Schuster am Kreis und Tobias Tillmann im Rückraum die nötigen Mittel zum Torerfolg während man hinten noch mehr investieren musste um das Spiel der Gegner über den Kreis zu unterbinden. Es war seit Anpfiff eine hart umkämpfte und emotionsgeladene Begegnung. Dennoch wusste sich die junge Truppe vom Schloss zu helfen und fightet sich mit einer 16:14 Halbzeitführung in die Pause.

In der Kabine appellierte Coach Günther Warkus die noch zu hohe Fehleranzahl im Abschluss wie auch in der Abwehr zu minimalisieren und den klassenhöheren Kontrahenten weiterhin Paroli bieten. Dennoch wollte man den Spaß an der Partie nicht verlieren und sich selber unnötig unter Druck setzen.

Wie gesagt so getan: Die Mannschaft genoss das Spiel vor der vollen Tribüne der Andreas-Winter-Sporthalle und gelang es weiterhin die Führung nicht an die Truppe unter Nils Klöpping abzugeben. Man setzte sich mit einem Tor ab, glich aus, kämpfte bemüht um jeden Ball, feiert jeden Tor- und Abwehrerfolg dennoch ließ sich der VfL nicht abschlagen und nahmen den Kampf an bis es zur entscheidenden Schlussphase kam:

Nach mehreren individuellen Fehlern gelang es dem Regionalrivalen auf ein 33:33 heranzukommen. Zu spielen waren nur noch 30 Sekunden und durch einen zu frühen unglücklichen Torabschluss brachte man die Gäste wieder ins Spiel. 15 Sekunden Spielzeit, Gleichstand, der Gegner im Ballbesitz und auf den Bänken der Tribüne konnte sich auch keiner mehr halten. Schlangen spielte die letzten Sekunden aus und ging über Linksaußen zum vermeintlichen Abschluss. Die Chancen standen schlecht da der Winkel sehr wenig Spielraum für einen erfolgreichen Torabschluss bot. Womit allerdings keiner rechnete war dass dies nur ein Ablenkmanöver für einen Kempa-Trick war. So sprang ein Gegenspieler von Halbrechts aus vollem Lauf in den Kreis, fing den Ball und warf ins Netz. Matthis Lippe war chancenlos und so wie der Rest der ganzen Mannschaft für den ersten Moment einfach erst mal Sprachlos. Während der überglückliche Gast sich in den Armen lag braucht man auf der anderen Seite einige Sekunden um zu realisieren was sich gerade ereignet hat. Das Spiel welches man die ganze Zeit dominierte, wurde in den letzten Sekunden von so einem überragenden Tor aus dem nichts beendet und der TSV, der sich die ganze Zeit Hoffnung auf den Finaleinzug am Sonntag freuen machen durfte, war geschlagen. Fair und verdient. In den Reihen der Gastgeber fand sich kaum jemand der wirklich verärgert über das dramatische Ende des Spiels war. Ganz im Gegenteil man schmunzelte tatsächlich über die Ohnmacht die sich ereignete. Schlangen gewann 33:34 und zog somit in das ersehnte Finale am Sonntag gegen die TG Lage ein.

Die Partie steht als ein Ebenbild dafür was Handball ist. Ein Sport wo alles bis zur letzten Sekunde möglich ist und wo bereits blauäugige selbsterkorene Gewinner zum unglücklichen Verlierer geschlagen werden können. Nichts desto trotz heißt es „Schade Marmelade“ und aus der Traum vom Pokalfinale in der eigenen Halle.

Man hat sich sehr gut verkaufen können und keinesfalls einen Grund gehabt Enttäuscht zu sein auch wenn mehr drin gewesen wäre. Von einem Klassenunterschied war nichts zusehen und es wurde stets während der ganzen Partie ein schöner geiler Handball auf Augenhöhe gespielt. Spiele wie diese machen den Sport so einzigartig wie man es zuletzt auch bei der Handball Europa Meisterschaft miterleben konnte. Sie geben ihm diesen unverwechselbaren Charakter. Jetzt heißt es die vergangenen Ereignisse schnell in Vergessenheit ruhen lassen und weiter auf die laufende Saison konzentrieren.

 

Für den TSV trafen: Richard Claus(3), Fabian Brinkmann(4),Felix Schuster(1), Tim Prior(1)
, Janis Sigle(4), Christoph Schulte(4), Florian Schulz(1), Felix Czaja(4) und Tobias Tillmann(6)

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